Abenteuer und Entdeckung

“Abenteuer Wildnis”

von Wolfgang Groh-Bourgett
Deutschland /Tansania
43 Minuten, Arte

Mitten im weiten Land der Massai, in der trockenen Savanne Nord-Tansanias, erhebt sich der Vulkan Ol Doinyo Lengai, der heilige Berg der Massai. In Tänzen, Gesängen und Zeremonien preisen sie ihren Berggott, der ihnen, wenn er gnädig gestimmt ist, sintflutartigen Regen beschert. Er beschützt Menschen und Vieh. Die Massai besteigen ihren heiligen Berg nie.

Der aktive Vulkan besteht aus zwei gegensätzlichen Kratern. Während der eine durch Pflanzenbewuchs fast grün ist, gleicht der andere eher einer Mondlandschaft, wo es raucht, brodelt und zischt. Dort sitzt „Engai“, der Gott der Massai. Schwarz ist seine „gute“ Farbe. Im Sonnenuntergang zeigt er sich als strafender „roter“ Gott.
Der gute Gott steht für Regen und Fruchtbarkeit, der Rote Gott steht für Blitz, Tod und Zerstörung. Nach dem Glauben der Massai wäre es eine Sünde ihren Gott figürlich darzustellen.

Engai gab den Massai ihre Lebensgrundlage, die Rinder. Sie wurden vor langer Zeit an den Wurzeln eines wilden Feigenbaumes von ihm auf die Erde herabgelassen. Deshalb legt jeder Massai, der an einem Feigenbaum vorbei geht, ein wenig heiliges Gras unter den Baum. Für die Massai ist auch die Savanne und damit insbesondere das Gras, als Lebensgrundlage für die Rinder, die Schöpfung ihres Gottes Engai und damit heilig.

Im Süden des Massai Landes leben die Hadzabe, das letzte Buschmannvolk Tansanias. Ein friedliebendes Volk, das sein Wild bis heute mit Pfeil und Bogen jagt und Früchte sammelt. Doch ihr Jagdgebiet schrumpft. Mit der Ausweitung der Nationalparkgrenzen werden auch sie von ihren angestammten Jagdgründen vertrieben. Und so ist es fraglich, ob sie auch in Zukunft Nomaden sein können. Die wenigen ihnen verbliebenen Korridore zwischen den angrenzenden Nationalparks und Naturreservaten sind nicht wildreich genug, um das kleine Buschvolk zu ernähren.


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